FAQ - Häufig gestellte Fragen

Finden Sie hier alle Antworten auf die häufigsten Fragen zur Schlichtung.

  • Wer kann einen Schlichtungsantrag stellen?  

    Im Grunde kann jeder einen Antrag auf Schlichtung stellen, der von einer dem deutschen Recht unterliegenden Streitigkeit betroffen ist. Dabei ist es nicht ausschlaggebend, ob Sie die Deutsche Schlichtungsstelle als Privatperson einschalten, weil Sie beispielsweise mit Ihrem Nachbarn streiten, oder ob Sie als Verbraucher einen Konflikt mit einem Händler klären wollen. Im Gegensatz zu vielen anderen Gütestellen, fokussiert sich die Deutsche Schlichtungsstelle nicht auf ein einziges Rechtsgebiet. Stattdessen soll die Deutsche Schlichtungsstelle möglichst vielen Menschen dabei helfen, eine breite Vielfalt an Konflikten einfach und schnell zu lösen.

  • Welche Konflikte können geschlichtet werden?  

    Die Deutsche Schlichtungsstelle deckt eine große Vielzahl an Rechtsgebieten ab. Gerne können Sie individuell prüfen lassen, ob auch Ihr Konflikt im Rahmen der Schlichtung gelöst werden kann. Füllen Sie dazu lediglich den Schlichtungsantrag aus. In der Regel erhalten Sie innerhalb eines Werktags Rückmeldung, ob die Schlichtung für Sie infrage kommt.

    Hier finden Sie ein paar Beispielfälle: Was wird geschlichtet?

  • Wann ist eine Schlichtung nicht (mehr) möglich?

    Es gibt gewisse Situationen, in denen eine Schlichtung leider nicht (mehr) möglich ist. Ausgenommen ist die Schlichtung, wenn…

    • …bereits ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen wurde.
    • …die Streitigkeit bereits einer anderen Schlichtungsstelle vorgelegt wurde.
    • …ein Antrag auf Prozesskostenhilfe abgewiesen wurde, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung als chancenlos eingestuft wurde.
    • …der Anspruch bei Antragsstellung schon verjährt war.
    • …für die Sachverhaltsaufklärung eine Beweisaufnahme unumgänglich ist. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Beweis durch die Vorlage von Urkunden möglich ist.
    • …ein Gericht bereits eine Sachentscheidung bezüglich der Streitigkeit getroffen hat.
    • …wenn entweder Sie oder Ihr Antragsgegner Strafanzeige in Zusammenhang mit dem zu schlichtenden Sachverhalt erstattet haben.
    • …eine grundsätzliche Rechtsfrage nicht geklärt ist, die für die Lösung des Konflikts erheblich ist.
    • …die Schlichtungsstelle den Sachverhalt oder rechtliche Fragen nur mit unangemessenem Aufwand klären kann.
  • Mein Anliegen steht kurz vor der Verjährung. Ist die Schlichtung noch möglich?

    In diesem Fall sollten Sie nicht zögern und Ihren Antrag auf Schlichtung möglichst schnell stellen. Denn während der gesamten Dauer des Schlichtungsverfahrens ist die Verjährung gehemmt. Dies bedeutet, dass Ihr Antragsgegner sich nicht auf Verjährung berufen kann, obwohl Ihr Anspruch eigentlich verjähren würde.

  • Wie wird der Antrag gestellt?

    Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, sollten Sie zunächst Ihre Versicherung kontaktieren und Ihren Wunsch nach einer Schlichtung über die Deutsche Schlichtungsstelle äußern. Wenn die Schlichtung im Portfolio Ihrer Versicherung enthalten ist, leitet diese dann alles für Sie in die Wege. Haben Sie dies bereits getan und wurden Sie an die Deutsche Schlichtungsstelle verwiesen, erhalten Sie automatisch eine E-Mail. Darin werden Sie über alle weiteren Schritte informiert.

    Wenn Sie nicht rechtsschutzversichert sind, können Sie die Schlichtung auf eigene Kosten beantragen. Nutzen Sie das Online-Formular oder kontaktieren Sie die Deutsche Schlichtungsstelle einfach telefonisch unter 0911 376569-9650. So können Sie den Schlichtern Ihren Fall schildern und diese informieren Sie über weitere Schritte.

  • Welche Unterlagen werden benötigt?

    Auf jeden Fall benötigt werden Ihre vollständigen Kontaktdaten sowie jene Ihres Antragsgegners (Name, Adresse, E-Mail Adresse und Telefonnummer). Ebenfalls nötig ist die genaue Definition der Sachlage sowie Ihres gewünschten Schlichtungsziels. Kurzum, lassen Sie die Schlichtungsstelle genau wissen, was passiert ist und welche Konfliktlösung Sie sich wünschen.

    Was die genauen Dokumente betrifft, gilt: So unterschiedlich die Streitigkeiten sind, so unterschiedlich sind auch die benötigten Unterlagen. Eine pauschale Antwort ist daher nicht möglich. Grundsätzlich sollten Sie aber darauf achten, der Schlichtungsstelle möglichst genaue Informationen an die Hand zu geben.

  • Wie erfahre ich, ob mein Antrag sich für die Schlichtung eignet?  

    Die Deutsche Schlichtungsstelle prüft Ihren Antrag sofort nach Eingang und teilt Ihnen innerhalb eines Arbeitstags per E-Mail mit, ob er sich für die Schlichtung eignet. Kommt das Verfahren nicht infrage, erhalten Sie eine schriftliche Ablehnung unter Angabe von Gründen.

  • Muss mein Antragsgegner dem Schlichtungsverfahren zustimmen?

    Ja, die Schlichtung basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Verweigert Ihr Antragsgegner die Schlichtung, bleibt Ihnen leider nur der Gang vor Gericht.

  • Wie läuft das Schlichtungsverfahren ab?

    Haben Sie den Schlichtungsantrag gestellt und wurde dieser von der Deutschen Schlichtungsstelle akzeptiert, wird Ihr Antragsgegner unverzüglich informiert. Dieser hat dann eine Frist von drei Arbeitstagen, um der Schlichtung zuzustimmen oder sie abzulehnen.

    Stimmt er zu, machen sich die unabhängigen Streitmittler der Schlichtungsstelle ans Werk, wobei die Sachlage genauestens analysiert wird. Ziel ist grundsätzlich eine gütliche Einigung, mit der beide Parteien zufrieden sind. Kann diese nicht erzielt werden, erarbeiten die Streitmittler einen Schlichtungsvorschlag. Dieser wird beiden Parteien per E-Mail vorgelegt. Wird er akzeptiert, ist die Entscheidung rechtsverbindlich. Das Schlichtungsverfahren ist somit erfolgreich beendet. Wird er von einer der Parteien abgelehnt, wird das Schlichtungsverfahren ohne Erfolg abgeschlossen.

    Mehr Details finden Sie hier: Ablauf des Schlichtungsverfahrens

  • Wie läuft die Kommunikation mit den Schlichtern ab?

    Die Schlichter zielen auf ein möglichst effizientes und damit schnelles Verfahren ab. Die Kommunikation erfolgt daher hauptsächlich über E-Mail und Telefon ab.

  • Wie lange dauert das Schlichtungsverfahren?

    In der Regel dauert das Verfahren der Deutschen Schlichtungsstelle lediglich zwei Wochen.

  • Was kostet die Schlichtung?

    Eine Schlichtung über die Deutsche Schlichtungsstelle kostet pauschal 149 Euro. Die Ausnahme stellen Fälle aus dem Arbeitsrecht dar: Hier berechnet sich der Preis prozentual. Die Schlichtung kostet hier 5 % des Streitwerts (mindestens aber 149 Euro).

    Für die meisten Rechtsschutzversicherten ist die Schlichtung kostenlos. Wenden Sie sich hierfür bitte zunächst an Ihre Versicherung. Diese leitet daraufhin alles für Sie in die Wege.

    Alle Details sind in der Kostenordnung nachzulesen.

  • Wer zahlt die Schlichtung?

    Die Kosten für die Schlichtung sind vom Antragsteller zu übernehmen. Die Pflicht zur Zahlung entsteht dann, wenn das Schlichtungsverfahren beginnt. Der Betrag ist innerhalb von 14 Tagen nach Ende des Schlichtungsverfahrens zu begleichen.

    Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, müssen Sie lediglich den Angebotsumfang Ihrer Police checken. Die meisten Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten einer Schlichtung - ganz ohne Selbstbeteiligung der Versicherungsnehmer. Lehnen Sie sich dabei entspannt zurück: Die Abrechnung erfolgt direkt mit Ihrer Versicherung. Ihnen entsteht dadurch kein zusätzlicher Aufwand.

  • Ist die Einigung rechtsverbindlich?

    Wenn beide Parteien dem Schlichtungsvorschlag zustimmen, sind sie vertraglich verpflichtet, die Weisungen zu befolgen.

  • Ich möchte trotz Schlichtung einen Anwalt einschalten. Ist das möglich?

    Ja, auch bei einem laufenden Schlichtungsverfahren können Sie sich von einem Anwalt vertreten lassen. Beachten Sie allerdings, dass Sie die Kosten für diese Vertretung selbst übernehmen müssen.

  • Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich mit dem Schlichtungsvorschlag nicht zufrieden bin?

    Sollten Sie mit dem Vorschlag der Schlichter nicht zufrieden sein, können Sie diesen natürlich ablehnen. Das Schlichtungsverfahren gilt dann als erfolglos beendet. Sie können dann versuchen, Ihre Ansprüche vor Gericht durchzusetzen.